Amnesty International Menschenrechte und indigene Voelker

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Menschenrechte und indigene Voelker

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Aktuelles

Alle laufenden Eilaktionen zum Thema finden Sie in der Rubrik "Eilaktionen"! Helfen Sie uns und schauen Sie hier regelmäßig vorbei!

Aktuelles zur UA-75/2018: Vielen Dank an alle, die Apelle geschrieben haben!
Celestino Córdova ist Machi und nimmt in der indigenen Mapuche-Gemeinschaft die höchste religiöse Position ein. Seitdem er 2014 im Zusammenhang mit dem Tod des Paares Werner Luchsinger und Vivian MacKay verurteilt worden war, ist er im Stadtgefängnis CCP (Centro de Cumplimiento Penit enciario) in Temuco inhaftiert.
In seiner Rolle als Machi muss Celestino Córdova den Rewe, einen heiligen Altar aus Holz, regelmäßig besuchen, um religiöse Zeremonien durchzuführen, die für die Gesundheit der Mapuche unerlässlich sind. Immer wieder jedoch haben ihm die chilenischen Gefängnisbehörden die Bitte, seinen Altar besuchen zu dürfen, verwehrt. Der Machi Celestino Córdova reagierte darauf 2018 mit zwei Hungerstreiks. Der erste endete Mitte April, der zweite begann am 31. Mai und endete fast zwei Monate später, als ihm schließlich am 27. Juli Zugang zu seinem Altar gewährt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war sein Leben in akuter Gefahr.
Weitere Informationen zu dieser UA sind hier abrufbar.

Luxemburg hat als 23. Staat die ILO-Konvention 169 ratifiziert
Am 27. Februar 2018 hat das Luxemburger Parlament einstimmig der Ratifizierung der ILO-Konvention 169 zugestimmt. Diese am 5. September 1991 in Kraft getretene Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ist das einzige verbindliche internationale Abkommen zum Schutz der Rechte indigener Völker. Die anderen 22 Vertragsstaaten sind Norwegen, Mexiko, Kolumbien, Bolivien, Costa Rica, Paraguay, Peru, Honduras, Dänemark, Guatemala, Niederlande, Fidji, Ecuador, Argentinien, Bolivien, Dominica, Brasilien, Spanien, Nepal, Chile, Venezuela, Nicaragua und die Zentralafrikanischen Republik.
Wann wird die Bundesrepublik Deutschland endlich folgen? Auf Seite 155 des Koalitionsvertrages der aktuellen Bundesregierung heißt es: "Wir streben die Ratifikation des Zusatzprotokolls zum Sozialpakt der Vereinten Nationen sowie der ILO-Konvention 169 zum Schutz der indigenen Völker an."

Tödliches Engagement: Vor zwei Jahren wurde in Honduras die Indigenenaktivistin Berta Cáceres erschossen
Am 3. März jährte sich zum zweiten Mal der Todestag von Berta Cáceres, die vor zwei Jahren in ihrem Haus im Westen von Honduras erschossen wurde. Noch immer ist der Mord an der Umweltschützerin und Gründerin der Indigenenorganisation COPINH nicht abschließend aufgeklärt. Im Gegenteil, die Repression gegen Umweltschützer und Menschenrechtsverteidiger nimmt in Honduras stetig zu.
Nationale und internationale Organisationen, die Land- und Umweltrechte verteidigen, werden in Honduras ins Visier genommen. Betroffen sind neben der honduranischen Indigenenorganisation unter anderem die internationale NGO Global Witness. Ihre Mitglieder sind zunehmend Drangsalierungen und tätlichen Angriffen ausgesetzt.
Weitere Informationen zu Berta Cáceres finden Sie hier.
An einem Appell von AI Österreich zur lückenlosen Aufklärung des Mordes an Berta Cáceres können Sie sich hier beteiligen.

Aktuelle Protestaktion von Amnesty Kanada gegen den Staudamm Site C am Peace River in British Colombia
Am 11.12.2017 hat die Regierung der kanadischen Provinz British Columbia entschieden, dass der Staudammbau am Peace River fortgesetzt werden soll. Damit verstößt sie gegen Kanadas Verpflichtungen, die Rechte indigener Gemeinschaften zu achten. Durch den Staudamm wird den Indigenen der Zugang zu Gebieten und Gewässern im Peace River Valley abgeschnitten, die zentraler Bestandteil ihrer Kultur und Lebensgrundlage sind.
Hintergrundinformationen in deutscher Sprache haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit der Teilnahme an der Protestaktion finden Sie hier. Einen fertigen Musterbrief können Sie hier und Anregungen für individualisierte Briefe hier abrufen.

Protestaktion gegen die anhaltende Verletzung der Rechte indigener Gemeinschaften am Mount Polley in British Columbia (Kanada) anlässlich des 10. Jahrestages der „UN Declaration on the Rights of Indigenous Peoples“
2014 wurden bei einer der schlimmsten Bergwerkskatastrophen die Gewässer und das Land der Secwepemc First Nation, die auf ihren Lebensraum angewiesen sind, von über 24 Millionen Kubikmeter kontaminiertem Wasser überschwemmt. Langfristige Gesundheitsprobleme, Verunreinigung des Trinkwassers und der traditionellen Nahrung sowie die Zerstörung ihrer kulturellen Plätze zählen zu den Folgen der Katastrophe, ohne dass die Betroffenen bisher entschädigt wurden.
Weitere Informationen finden Sie hier. Die Teilnahme an der Protestaktion ist hier möglich.

Filmtipp: "AGROkalypse – Der Tag, an dem das Gensoja kam" von Marco Keller
Die Urwaldlandschaft Brasiliens ist Schauplatz einer vom Mensch gemachten Tragödie. Dieses einzigartige, für uns alle lebenswichtige Ökosystem wird Tag für Tag durch Sojafarmer zerstört. Vor allem kapitalkräftige ausländische Großkonzerne sind verantwortlich für den täglichen Raubbau am Urwald und für die Bedrohung der dort lebenden Menschen und Tiere.\\ Der Film zeigt, wie sich die Guaraní-Kaiowá, Brasiliens größte indigene Ethnie, mit der Tatsache konfrontiert sehen, ihre Lebensgrundlage zu verlieren. An den Rand gedrängt und ihrer Kultur weitgehend beraubt, versuchen sie ein letztes Stück Identität zu bewahren. Porträtiert wird außerdem das Engagement des Biopioniers Wolfgang Heck. Wie beides miteinander in Verbindung steht und welche Rolle dabei ein 75-jähriger Franziskaner spielt, wird nach und nach aufgelöst.
AGROkalypse feierte am 17. Juni Premiere in Hamburg und ist fortan in ausgewählten Kinos und Events zu sehen. Weitere Informationen zu Kinoterminen und Sondervorstellungen finden Sie hier. Den Trailer zum Film gibt es hier.